Grundofen

Der Grundofen ist der Urtyp des Kachelofens. Sein Name rührt daher, dass er im wahrsten Sinne des Wortes von Grund auf gebaut wird. Auch heute noch und zwar ausschließlich oder vorwiegend aus keramischen Materialien. Und er funktioniert bis heute nach einem recht einfachen Schema: Die Hitze aus dem gemauerten Feuerraum wird in einem ausgeklügelten System aus steigenden und fallenden Kanälen (sogenannten keramischen Zügen) durch den gesamten Ofenkörper bis hin zum Schornstein geführt. Dabei wird sie möglichst lange im Ofen gehalten, damit sie optimal genutzt wird. Die Wärmeabgabe erfolgt hierbei ausschließlich in Form von langwelliger Strahlungswärme, die wir als sehr angenehm empfinden, da sie Sonnenwärme am nächsten kommt. Der Grundofen benötigt einige Zeit, um warm zu werden. Dafür hält er die Wärme aber umso länger über viele Stunden. Außerdem zeichnet er sich durch einen enorm hohen Wirkungsgrad (80 – 92 %) aus.

Kombiofen

Der Kombiofen ist eine Kombination aus Warmluft- und Speicherofen. Statt eines gusseisernen Nachheizkasten sind dem Heizeinsatz keramische Züge nachgeschaltet (Speichermasse), die entweder aus Schamotteplatten gemauert oder in Form von keramischen Fertigmodulen gesetzt werden. Mit diesem Heizsystem ist eine schnelle Raumerwärmung (Warmluft) und lang anhaltnde Strahlungswärme möglich. Die Strahlungswärme wird allerdings erst nach einer längeren Anheizzeit abgegeben, hält dann aber über mehrere Stunden an.
Von dem frei stehenden Heizeinsatz strömem die Heizgase durch den keramischen Wärmespeicherblock, bevor sie den Schornstein erreichen.
Und weil der Kombiofen auch ein Warmluftofen ist, sind im Ofenmantel Lufteintritts- und Warmluftaustrittsöffnungen einzubauen.

Warmluftofen

Der Warmluftofen besteht aus einem Heizeinsatz mit angeschlossenem gusseisernem Nachheizkasten, hat also – bis auf Speichermasse im Ofenmantel – keine wärmespeichernden, keramischen Nachheizflächen. Die Heizgase strömem vom Heizeinsatz durch den Nachheizkasten (Sturz- und Steigzug) und von dort direkt in den schornstein.
Während des Betriebs strömt Raumluft am Heizeinsatz und ander Nachheizfläche entlang, wird sehr schnell erwärmt und über Warmluftöffnungen dem Wohnraum zugeführt. Interessant ist, dass ein Teil der Warmluft auch für ein Nebenzimmer nutzbar ist. Das setzt voraus, dass in der Ummantelung diese Wärmezentrums – ob aus Ofenkacheln oder Schamotteplatten – Lufteintritts- und Warmluftaustrittsöffnungen vorgesehen werden. Das bedeutet, dass im unteren Bereich (unterhalb des Einsatzes und des Nachheizkastens) Lufteintrittsöffnungen und im oberen Teil des Kachelmantels Warmluftöffnungen eingebaut werden. Das sind entweder Lüftungskacheln oder Lüftungsgitter.

Hypokaustenofen

Das „Hypokaustum“ war eine Fußbodenheizung der Antike, bei der heiße Rauchgase eines Holzfeuers durch Kanäle unter kalter Bodenfliesen strömten und diese erwärmten.
Die moderne Hypokausten-Heizung wird zwar nicht als Fußbodenheizung eingesetzt, kann aber großformatige Wandflächen erwärmen (Wandflächen-Strahlungsheizung) oder um um eine tragende Rundsäule in einem Einfamilienhaus von Ofenbauer kreisförmig gesetzt werden. Beide Wärmeverteilungssysteme sind am Standort des Heizeinsatzes aber auch in darüber liegenden Räume realisierbar. Dabei nutzt der erfahrene Ofenbauer die natürliche Thermik heißer, aufsteigender und kühler, fallender Warmluft, indem er einen geschlossenen Wärmekreislauf baulich realisiert.

Kachelofenheizung und Warmwasser

Wer sich für den Bau eines Niedrigenergiehauses, vielleicht sogar für ein Passivhaus entschieden hat oder die Bausubstanz eines Altbaus entsprechend modernisieren will, sollte wissen, dass ein Kachelofen das ganze Haus mit komfortabler Wärme versorgen kann. Das setzt aber voraus, dass der Kachelofen mit einem Wasserwärmetauscher kombiniert wird. Denn warum sollte ein Kachelofen nur Strahlungswärme und nicht auch Warmwasser für die Zentralheizung und Brauchwasser für die morgendliche Dusche produzieren können?
Der Kachelofen versorgt seine nähere Umgebung mit wohltuender Strahlungswärme über mehrere Stunden und die übrige Wärme kann in einem Pufferspeicher „zwischengelagert“ und bei Bedarf in entfernte Räume gebracht werden. Gleiches funktioniert auch mit einen Kamineinsatz als Wärmeerzeuger.